NCN 2012

Das 7. NCN oder in lang die Nocturnal Culture Night fand vom 07.09.2012 bis zum 09.09.2012 im kleinen, beschaulichen Deutzen in der Nähe von Leipzig statt. Und genau wie beim Amphi-Festival waren wir auch hier mit dem Dunkel-Volk-Info-Stand vorort.

Die Anreise an sich gestaltet sich aber ein wenig schwierig. Da wir auf dem Weg nach Deutzen noch meine Eltern besuchten, die in Brandnburg gleich um die Ecke wohnen. Denn unser Navi dachte sich immer „ach führ ich die Idioten mal durch die hintersten, dunkelsten Ecken die es hier gibt. Achja, ich hab gehört ihr mögt Sackgassen!“ Naja, wir haben es aber trotzdem irgenwie zu meinen Eltern und von dort aus auch wieder nach Deutzen geschafft. Das gruseligste auf dem Weg nach Deutzen war dann aber, als wir in ein spärlich beleuchtetes Dorf kamen. Dort waren fast alle Laternen aus, nur eine leuchtet noch. Unter dieser aber sass auf einem Stuhl mitten auf dem Gehweg eine Strohpuppe mit Hose, Hemd und Hut. Wir dachten uns nur so, schnell weiter und nicht anhalten. Denn so fangen Horror-Filme an! Irgendwer sagt dann immer, heh, lasst uns doch anhalten und nachsehen… NICHT!

In Deutzen dann angekommen bauten wir am nächsten Morgen erstmal unseren Info-Stand auf und richteten uns ein. Dazu gehörte auch, das wir uns was zu Trinken und zu Essen besorgten. Dazu gingen wir in den Ort zum dortigen Konsum. Hier gab es alles was man brauchte. Pfeffi und Vita Cola! Ein paar Stunden und einige Flaschen Pfeffi später spielten auch schon die ersten Bands. Die waren ganz ok aber nicht so meins. Unter anderem „Dance or Die“, „Maerzfeld“ und „Nosferatu“. Was mir schon mehr zusagte waren A LIFE [DIVIDED]. Vor allen mit ihren VNV Nation Cover von Perpetual. Das fand ich sehr genial! Dann mussten wir am ersten Abend noch das gejammer von Eric Fish ertragen, den Sänger von Subway to Sally. Er trat dort mit seinem Soloprojekt auf. Alles so eher ruhige und melancholische Lieder. Aber ich mag den Typen eh nicht so wirklich. Abschliessend war noch KMFDM dran. Vom Namen her hab ich schon oft von ihnen gehört, aber nie wirklich was von ihnen gehört. Ich war auch ein wenig enttäuscht, weil der Auftritt jetzt echt auch nicht so klasse war. Irgendwie viel Krach und nichts was einen irgendwie berührte oder bewegte. Dachte immer bei so einem grossen Namen muss doch ein wenig mehr rüber kommen. Aber so irrt man sich…

Der Samstag zog sich ziemlich hin. Wir warteten eigentlich in erster Linie nur auf den Auftritt von den „Fliehenden Stürmen“. Davor kamen u.A. noch „Eisenfunk“. Sehr cool aber doch sehr „minimalistisch“ in der Textgestaltung. Während sie spielten waren wir gerade am Grillen und hatten doch viel spass mit den Liedern von ihnen. Ahhuga! Die weitere Wartezeit verkürzte dann die ein oder andere Flasche Met. Der gute Pavel mit seinem Met-Stand sorgte auch immer für Nachschub. Neben Met hatte er verschiedenste Sorten Federweiser. Kann man alles nur empfehlen! Später kamen dann endlich die Stürme. Leider waren, wie ein Freund von mir sagte, sehr viele „Schweber“ da, sodass sich im Publikum nicht wirklich was bewegte. Auch wenn die Stürme ja hauptsächlich DeproPunk machen haben sie doch viele Lieder zu denen man sich schneller bewegen könnte! Der Sänger schien nicht so begeistert von der ganzen Sache, denn sein Mirko war schlecht abgemischt. Sodass man ihn kaum hörte und er mehrmals sagen musste, das die am Pult das doch mal lauter stellen sollten. Die sonstige Kommunikation mit dem Publikum blieb auch aus. Den Auftritt fand ich aber trotzdem klasse. Wollte die Stürme eh schon lange mal live sehen und sie waren immer noch besser als so manch anderer der auf dem NCN auftrat. Den Samstag schloss dann für mich unerwartet Peter Hook ab. Ich hatte mich nicht grossartig übern ihn Informiert. Merkte aber doch sehr schnell, das er der Bassist von Joy Division war. Und genau deren Lieder wurden dann zum besten gegeben. Es war ein super Auftritt und es wurde glaube ich fast das gesamte „Best Of Joy Division“-Album gespielt. Wirklich sehr großartig, das hat mir echt sehr gut gefallen!

Der Sonntag zog sich auch wieder ein wenig dahin. Wir überlegt was wir denn trinken sollten, nach Pfeffi am Freitag und Met am Samstag. Ein wenig einfallslos entschied ich mich wieder für Met. Am Sonntag sollten am Abend Agonoise auf der kleineren Bühne spielen. Da waren wir schon seit Freitag drauf gespannt wie das funktionieren sollte. Spielten sie doch beim Amphi (16.000 Besucher) auf der Hauptbühne. Bevor es so weit sein sollte spielten jedoch noch einige andere Bands. Von denen viel mir allerdings nur Rummelsnuff und Angelspit auf. Rummelsnuff mischte irgendwie elektronische Sound mit Seemannsliedern. Ein großartiger Mix. Dabei muss man aber auch mal Rummelsnuff selbst erwähnen. Dieser ist nämlich wirklich ein Tier von einem Mann. Bodybuilder oder so. Von oben bis unten mit Muskel bepackt. Weiterhin wie gesagt noch Angelspit. Diese machten mit einer Mischung aus Gitarre, Schlagzeug, Drumm-Machine und Gesangt einen sehr brachialen Sound. Alles irgendwie ein wenig durcheinander, aber doch passend. Mir gefiel‘s jedenfalls. Vor Agonoise und dem zu befürchteten Massenauflauf spielten noch „Clan of Xymox“ und „Pink turns Blue“. Vom Namen her wieder sehr bekannte, aber nicht so meine Sachen. Dann Agonoise. Und die Leute ballten sich. Es war wirklich lustig anzusehen, wie sie versuchten aus der Ferne noch einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Alle überlebten den Auftritt aber, auch wenn sie, wie für Agonoise üblich, mit viel Kunstblut beschmiert wurden. Denn Sonntag schlossen S.P.O.C.K. ab. Eine Synthie Pop Band, welche sich in ihren Texten immer auf Star Trek bezogen. Ganz witzig eigentlich. Ihr bekanntester Song: Never trust a Klingon! War wirklich sehr lustig und auch die Bühnen-Performance der Schweden war super.

So ging dann der Sonntag und auch das NCN 2012 zu Ende. Für uns war noch der Stand abzubauen. Das schafften wir aber auch noch recht schnell. Haben das ja schon Jahre lang geübt. Im dunkeln, leicht angenüchter…

Abschliessend ist zu sagen, das es ein ganz gutes Festival war. Auch wenn es einige Reibereien mit dem Veranstalter gab. Dieser hatte es sich doch im Verlauf mit dem ein oder anderem Aussteller verscherzt. Aber das alles hab ich nur so am Rande mitbekommen. Aber naja, ich hab einige gute Auftritte gesehen und hatte meinen Spass, das Wetter war auch echt super. Also was will man mehr?!

tl;dr: A Life [Divided], Fliehende Stürme, Peter Hook/Joy Division. Pfeffi und Met!

Bilder: