Google Drive als Cloud-Backup

Mit der Zeit sammeln sich ja so einige Daten auf den Geräten an, die man auch mal längerfristig behalten möchte. Bisher hatte ich mir hier wenig Gedanken um Backups gemacht. Ab und An mal ne DVD gebrannt oder etwas auf eine externe Festplatte gespiegelt. Doch ein so wirkliches Backup oder eher eine externe, sichere Lagerung von Daten hatte ich so nie gemacht.

Mit dem erscheinen von iTunes Match hatte mir Apple schon einen Teil abgenommen. Meine Musik ist nun rel. sicher im Netz. Natürlich außer Apple schmiert ab oder der Gleichen. Eine zweite komplette Kopie meiner Musikdaten habe ich nicht mehr. Ich muss sagen, ich verlasse mich da auf Apple.

Neben Musik hat man aber oft noch Fotos. Viele Fotos. Gigabyte-Viele Fotos. Die müssten ja mal gesichert werden. Aber bei einem klassischen Image-Hoster fühlte sich das irgendwie falsch an. Ich hatte lange Zeit einen Flickr-Account. Diesen habe ich aber letztes Jahr aufgegeben. Mir kommt es nicht darauf an, wirklich alles Online auszustellen, sondern meist nur gezielt meine Fotos zu präsentieren. Daher kam ein Import zu Facebook oder Google Plus nicht in Frage. Das fühlte sich auch immer “Falsch” an. Da werden die Bilder gleich processed und gescannt. Irgendwie hat man da immer das Gefühl, das es dann nicht mehr die eigenen Bilder sind.

Für ein Backup wollte ich jetzt aber nicht gleich einen eigenen Server betreiben. Zu Viel Aufwand an Pflege und meist zu hohe Kosten. Ich wollte eine möglichst einfache Lösung mit der Möglichkeit auch mal etwas zu teilen. Per Default sollte alles erst aber einmal privat sein. Mit den Gedanken wandte sich mein Blick dann dem seit Jahren genutzten Dropbox zu. Eine wirklich einfache Lösung. Revisionssicher, online, mit Galerie-Modus und der Möglichkeit willentlich Dinge zu teilen. Dropbox ist schon ziemlich robust und technisch ausgereift. Es fehlen aber ein paar Kleinigkeiten. Unter anderem die Möglichkeit vernümpftig seine Daten zu durchsuchen und andererseits seine Daten online bearbeiten zu können.

In letzter Zeit benutze ich nun wieder häufiger die Dienste von Google. Google+, Gmail und Co. … Erst dachte ich, Picasawebs wäre die Lösung, merkte dann aber, dass man mir hier die Bilder zensierte. Aber auch war es mir zu sehr in Google+ integriert. Das fühlte sich, wie eingangs schon gesagt, sehr “falsch” an. Vor kurzem hatte Google dann aber noch seine Online-Office-Suit um einen Sync-Dienst erweitert und ihn von “Google Docs” in “Google Drive” umbenannt. Es war nun ein Dienst was in direkter Konkurrenz zu Dropbox stand. Das grundsätzliche Feature war, einen lokalen ordner über mehrere Computer mit der Cloud zu synchronisieren.

Zugegeben ist Google auf dem Gebiet noch etwas neu und der Client für den Mac ist noch sehr buggy und der für Linux noch nicht mal vorhanden. Aber die Mischung aus Office-Suit und Synchronisationsservice ist wirklich sehr gut. Weiterhin wäre Google nicht Google wenn es in sein Produkt nicht irgendwo irgendwie eine super Suchfunktion integriert hätte. PDF und Bilder werden mit OCR gescannt und lassen sich so in Google Drive auch “durchsuchen”. So kann nach seinen Rechnungen gesucht werden, oder nach Aufschriften oder Schildern die man fotografiert hat. Wirklich sehr praktisch.

Ein schlagendes Argument ist weiter hin aber auch das Platzangebot und der Preis um dieses zu erweitern. Bei Dropbox bekommt man 2GB frei und kann dieses durch gewissen Aktionen bis auf 16GB erweitern. Bei Google bekommt man 5GB gratis. Wenn man bei Dropbox jetzt allerdings weiter mehr als 16GB wird es schnell teuer. 50GB kosten hier schon $9,99 und 100GB $19,99 im Monat. Bei Google bekommt man für $4,99 schon 100GB. Allerdings kann man durch Werbung von “neukunden” nicht wie bei Dropbox seinen Speicher noch erhöhen.

Sicher kann man bei Dropbox seinen Speicher schnell ein wenig “hochpushen”. Doch spielt man so nicht nach deren Regel und was dann passiert bleibt ungewiss. Sicher hat Dropbox auch im moment die bessere “Sync-Technik” und den robusteren Client. Doch ich habe mich geldlich und featuretechnisch für Google Drive entschieden. Ich bin mir hier sicher, das Google noch einiges entwickeln wird. Weiterhin denke ich nicht, das dieses Produkt so schnell eingestellt wird, auch wenn Google in letzter Zeit immer mal wieder unter seinen Angeboten aufgeräumt hat.

So lade ich dann nun mal meine 24GB Fotos in die Cloud und hoffe das alles Gut geht. Dann habe ich einerseits ein Backup und kann die Bilder online verwalten und auch teilen, wenn ich das will.

Falls sich Google Drive als Flopp rausstellen sollte, warte Dropbox ja immer noch auf mich. Wie gesagt, ich will Google hier mal eine Chance geben. Hoffe das entwicklet sich so gut und konstant wie Google Mail.

In dem Sinne: Uploading …