Posting zum Thema „Digitale Demenz“

Aufgang war ein Posting und die darauf folgende Diskussion über digitale Demenz, also das die nachfolgende Generation immer dümmer werde und sich schon nicht mehr richtig ausdrücken könne, in der Sprache verkomme. Meine etwas längliche, aber wenig beachtete Antwort darauf… Na gut, als Argumente nicht anschlugen, fing ich an zu trollen, darauf wurde dann promt angesprungen… Die erste Antwort bot wohl nicht genug Angriffsfläche…

Hier dann das Orignial-Post, mit all seinen Ecken und Kanten:

„ich finde man muss das alles ein wenig auftrennen… einerseits das bildungssystem (jugend ist dumm und kann nichts) andererseits das auslagern von wissen (nicht mehr wissen, sondern wissen wo!) und dann wiederum die evolution der kommunikation (dinge werden umbenannt, verkürzt oder haben neue andere bedeutungen)

zur jugend brauch man weiter nichts sagen. das ist ein allgemeines problem der modernen wissensgesellschaft, das wir viele einfach im stich lassen und nicht allen alles gleich gut beibringen können. ich habe da keine wirkliche meinung zu und sehe auch so keine lösung für mich oder die gesellschaft. da muss ich naiv sagen, da sollen sich mal andere nen kopf drüber machen

auslagern von wissen… das ist heute, in der immer schnelleren gesellschaft umso wichtiger. vor wenigen hunder jahren konnte man noch alles lesen was es gab, also alle bücher. doch das wissen vermehrte sich immer schneller und in immer grösseren sprüngen. dabei wurden auch immer wieder die art und weisen wie wissen festgehalten wird geändert und modernisiert. sei es vom medium her oder von der sprache. grammatik und rechtschreibung wurde immer wieder angepasst und sollten „vereinfacht“ werden. das halte ich auch für notwendig. wenn man immer mehr und immer schneller informatiionen austauschen will, kann man sich nicht von so komplexen sachen wie grammatik und rechtschreibung behindern lassen. deswegen wird immer mehr weggekürzt und eingestampft. sodass wir in teilen schon dem asiatischen gleich kommen. viele kurze „zeichen“ fragmente die nur einen sinn ergeben wenn man den kontext kennt. diese fragmente können je nach person und situation völlig andere bedeutungen haben. ich finde das gut und nutze das auch sehr häufig in meiner art und weise zu kommunizieren. ich schreibe zum beispiel alles klein und trenne viele mir zu lange wörter auf. mag dem einen schrecklich vorkommen. aber so ist es nun mal…

auch wenn ich es nicht immer gut finde und oft mit dummheit gleichsetzte finde ich „bin ich kalk-post,alter?!“ doch viel kürzer und treffender. vllt steckt dort gar nicht dummheit dahinter, sonder eben einfach eine weiterentwicklung. es ist nun mal kürzer als „hallo zero, ich bin gerade an der bahnhaltestelle kalk-post in köln. wo bist du den?“ kontext ist und wird alles sein… ein vielzitierter satzt eines freundes der japanisch lernt „kontext ist ein fremdwort und heisst soviel wie ‚du bist am arsch‘.“ weil sich im japanischen sätze fast ausschliesslich nur aus dem kontext deuten und lesen lassen.

neben der spracheverkürzung kommt es heut zutage aber auch darauf an, das man nicht mehr wirklich immer alles wissen muss, sondern nur noch wo man es schnell nachslagen kann. klar ist aber das ein fundiertes grundwissen nötig ist und auch immer vorhanden sein sollte. aber nicht jeder brauch experte sein, man muss doch nur wissen, wo man sich die informationen schnell herholen kann, wenn man sie braucht. das wiederum ist auch eine kunst für sich. schnell wissen akquirieren. wie kann ich schnell un effizient aus dem internet wissen holen, wie befülle ich google damit es möglichst genau das ausgibt was ich suche. das kann nciht jeder, leider. ich habe es immer wieder, das mich leute dinge frage und ich ihnen innerhalb weniger minuten die sachen gegooglet habe. sie suchten vorher auf eigene faust um ein viel faches länger. die kunst ist eben nur, wie breche ich meinen abstrakten suchbegriff in wenige aber treffende schlagworte runter. das sollte heutzutage auch mal gelehrt werden.früher in der schule wurde uns noch richtiges markieren und zitieren beigebracht. ich finde dazu sollte nun auch gehören, wie man richtig nach informationen ruft. das war damals um uns aufs studium vorzubereiten.finde das sollte man mal wieder forcieren.

ich hoffe ihr könnt mich in ermangelung von grossbuchstaben und grammatik wie recht schreibung trotzdem verstehen…. kkthxbye“

Quelle: Dunkel-Volk – Digitale Demenz