iTunes Match

So, nun gibt es iTunes Match also endlich auch in Europa, oder zu mindestens dem Großteil davon. Lange wurde ja diskutiert, ob die GEMA hier blocken würde. Auch sagte die GEMA, mit ihr hätte noch keiner gesprochen, sie wäre aber für Gespräche offen. Dann war es lange still. Und jetzt auf einmal war es soweit, ohne Ankündigung, einfach so.

Der ein oder andere wird sich jetzt fragen was iTunes Match ist? Es ist Apples lösung iTunes von der heimischen Festplatte in die Cloud zu transferieren. Wenn man dies so kommentarlos hört, wird man sich denken :“Der Upload wird aber lange dauern…“. Dafür hat sich Apple aber etwas einfallen lassen. Und zwar geht es erst daher und jagt die ganze Mediathek durch Genius und eine Songanalyse. Analysiert also einmal alle Songs, schickt dies dann ins Netz zu Apple und vergleicht das Ergebnis mit dem iTunes Store. Alle Lieder die so gefunden werden, werden in deinen iTunes Match Account vermerkt, brauchen also nicht mehr hochgeladen werden. Den Rest, den iTunes nicht erkennt, lädt es dann noch zusätzlich hoch. Das gute dabei ist, er vergleicht nicht mit dem lokalen iTunes Store sondern mit dem globalen Store. Die Anzahl der  Tracks ist auf 25.000 begrenzt. Die die er im Store findet, zählen nicht dazu. Im Moment erzielt iTunes eine Trefferrate von gut 75-85%. Hört man jedenfalls von den Menschen auf Twitter und Co.. Bei mir waren es 72% meiner Tracks, die er erkannte. Eine gute Rate wie ich finde, da ich doch sehr viel exotische Musik habe.

Soweit so gut. Das einzige daran was oft ein wenig schief geht ist, das er nicht alle Tracks eines Albums erkennt. Jetzt könnte man sich denken „was soll’s, die Musik hast du doch so oder so“. Ja schon, aber einer der vielen Vorteile von iTunes Match ist, das die Songs die im Store gefunden werden einem als 256Kbit/s AACs bereitgestellt werden. Was klanglich doch bei vielen Songs einen sehr grossen Unterschied macht. Sehr deutlich hab ich es bei einem Album von X Japan gemerkt. Das wollt ich immer mal wieder neu rippen (bin aber nie dazu gekommen), weil beim erstmal ist da wohl was schiefgegangen. Der Rip war sehr leise und dumpf. Nach dem Import in iTunes Match klang das auf einmal sehr viel lauter und deutlicher.

Und nein, durch iTunes Match werden die Songs auf der Festplatte nicht automatisch ausgetauscht. Aber man kann es machen und sollte es auch bei vielen tun. So werden auch zum Beispiel alte Dateien aus der Zeit wo iTunes noch DRM hatte bereinigt. Also man kann nun jegliche seiner Dateien aus der Cloud neu runterladen, immer und immer wieder. Jeden Kauf den man mal getätigt hatte und auch jede Datei die Hochgeladen wurde. Auch können neu gekaufte Tracks gleich auf alle Geräte verteilt werden. Dies muss aber auf den einzelnen Geräten erst explizit aktiviert werden. Auch sollte man in diesem Fall gleich darauf achten, das bei iOS Geräten deaktiviert ist, das diese auch über 3G versuchen Content zu laden.

Aber man kann nicht nur runterladen und so mit seine Mediathek verlegen, man kann auch wunderbar Streamen. Man kann bei iTunes Match bis zu 10 Geräte hinzufügen die Streamen und Runterladen dürfen. So kann ich nun im Büro, bei Freunden oder bei meinen Eltern zuhause immer auf meine gesamte Mediathek zugreifen und all meine musik hören. Cover und Metadaten wie zB der Playcount werden immer mitgesynct. Man kann nicht nur über iTunes auf iTunes Match zugreifen, sondern auch über iOS. Allerdings wird dort nicht gestreamt sondern immer heruntergeladen. Macht auch Sinn, da UMTS erstens nicht flächendeckend ist und zweitens es keine wirklichen Flatrates gibt.

So kann man nun auch über sein iPhone auf sämtliche Songs zugreifen. Schwierig ist allerdings die Verwaltung. Da die übliche Songverwaltung nach dem aktivieren von iTunes Match aus dem Sync-Menü von iTunes rausfällt. Will man nun mal viele Songs löschen oder viele neu aufs Gerät bringen wird es anstrengend. Neue Songs Aufs iOS-Device zu bringen ist noch relative gut gelöst. Man kann Tracks einzeln laden oder albumweise oder auch ganze Playlists. Kompliziert wird es, wenn man sie dann wieder runter haben will. Man kann wieder nur einzeln oder albumweise löschen, was nun passiert wenn man eine Playlist löscht, habe ich noch nicht rausgefunden (mich noch nicht getraut auszuprobieren). Hier könnte man bei der Verwaltung noch ausbauen und sich verbessern. Es ist benutzbar, aber verbesserungswürdig.

Also was haben wir alles: Mediathek@Cloud , Neu laden jeglicher Songs, Streaming, iOS Support und das alles für 25€ im Jahr. Ja es kostet Geld, aber wenn man sich das mal ein wenig überlegt, ist das nicht viel. Also für die Leistung hätten andere bestimmt schon das Doppelte verlangt, im Monat! Wenn man allein nur mal überlegt was das an Speicher und Bandbreite bedeutet. Naja Speicher sparen sie ja schon dadurch, das sie mit den iTunes Store matchen und so nicht jeden song 5 Bazillionen mal speichern müssen. Aber Bandbreite kostet es sie enorm. Vor allen zur Anfangszeit, da viele wohl ihre gesamte Mediathek noch mal neu herunterladen werden.